Bilder unserer WüstenReise im November 2008. Wenn du auf das Bild klickst, wird es größer. Die Reise dauerte vom 31. Oktober bis 14. November 08 – doch ich brauchte den restlichen November, um diese satten, köstlichen, wehenden, leeren, nomadischen … Eindrücke der Karawane in mein System zu integrieren. Ja, und mein Empfinden ist, dieser Prozess ist weniger abgeschlossen, sondern eher zellulär gestartet. Keine Reise meines Lebens hat mich bisher so in meinem Wesen transformiert wie diese. Vielleicht auch – weil so unerwartet. Was immer ich erwartet habe, diese innere Wucht – nicht!

So zogen wir in die Leere, die eine Fülle ist. Eine Leere, die eine Stille ist.
Kehlig. Fremd. Und nah.

Schritte. Schritte, die uns Schritt für Schritt näher führten. Ja.

In eine Entspannung – jenseits von Worten.

In ein Jetzt, das JETZT ist.
Welch Geschenk. Stundenlang durfte ich auf den Dünen sitzen, meinen Atem mit dem Wind verweben, den Rhythmus des Seins fühlen, die Rechtzeitigkeit und Vollkommenheit von allem – in allem – erspüren.
Einfaches Gegenwärtigsein im Flug des Sandes. Der Blick trunken von der Schönheit der Weite.
Inschallah.

Agadir/Marokko. 31. Okt. 08.
Die Reise in die Wüste im heißen Süden von Marokko war ein wundersamer, weiter, tiefer – Bruch. Ein Bruch mit Vertrautem. Ein Bruch mit Konventionen. Wir landeten in Agadir/Marokko. 8 Frauen und Männer. Am Flughafen erwartete uns Rita, die deutsche Frau von Mohammed, dem Karawanenführer. Es regnete in Strömen. Stundenland zuckelte unser Bus die 270 km nach Marrakech, der Stadt der Tausend Lichter, der verwunschenen Märchen, der Gaukler; der grandiosen Medina, den Souks mit ihren verschlungenen Gassen und Hunderten von Läden mit einer orientalischen Fülle aus Silber, Schmuck, Lampen, Teppichen, Gewürzen. Basar pur. Lärmen und Lachen. Geschnatter aus aller Herren Länder. Das Aroma des Fremden so nah.
Am nächsten Tag in aller Früh über den Atlas an den Rand der Wüste, zur Oase M’hamid. 500 km. Wir kamen spät nachts an. Berber, unsere Begleiter in der Wüste, warteten auf uns mit heißem Tee, gutem Reis, frischem Gemüse.
Auf Dromedaren, den Arabischen Kamelen, zogen wir dann am 2. Nov. 08 – gleich nach Mittag – in die steinige Weite der Wüste. Ein bunter Anblick, wir – so ungewohnt gekleidet in Gandoras (weiten Kleidern) und Cseics; der Kopfbedeckung der Araber und Berber.
Nach wenigen Kilometern waren wir eingetaucht in den wilden Zauber der Wüste. Leer. So offen das Land. Weit der Blick. Langsam wichen die Steine dem Sand und ein unbeschreiblicher Tanz der Schönheit berührte das Herz. Ein Geschenk, so unerwartet: Denn in diesem Sand erhoben sich Inseln aus Palmen. Uralte Riesen. Dick und wuchtig schienen sie der Zeit ebenso zu trotzen wie dem Wind. Ihr strahlendes Grün setzte einen lebendigen Kontrast zum Braun des sanft wehenden Sandes… Wir staunten über dieses Wunder des Lebens. In dieser Nacktheit – diese Fülle!
Früh brach die Nacht herein. Und mit der Nacht die Kälte. Ich fing ein Foto …
Schau nur. Jenseits der Zeit – dein Jetzt.