Geformt vom Feuer. Erzählt von Karl Gamper.
Es ist morgens – hier bei uns im Claudiaschlössl. Bin seit vielen Stunden wach und lausche.
Heute beginnt ein neuer Aspekt meiner Arbeit. Es ist eine ungewohnte Form des sich Zeigens.
Ich will persönlicher werden. Mehr von dem teilen, was mich in der Tiefe bewegt.
Ich bin einer, der nicht gut darin ist in dem, was wir “social-talk” nennen. Ich habe es mit den Jahren verlernt, einfach nur so vor mich hin zu schnattern. Mein Brennen sind Gespräche; ein Austausch von Mensch zu Mensch. Von Herz zu Herz.
Das muss nicht “weltbewegend” sein. Meist ist das leicht und heiter, beschwingt wie eine Feder…
Doch weniger wie eine Feder, die getrieben ist im Wind – viel mehr wie eine Feder, deren Schweben von einer inneren Absicht gesteuert ist.
Denn: Wir sind das Schweben über unserem körperlichen Sein.
Das ist eines der Geschenke, die ich erfuhr – in meinem neuroLAB.
So sieht es aus.
Ich durfte diesen Raum einrichten im frühen Winter 2007.
Die Kern-Elemente sind:
- ein dreidimensionales Goldbild; 120 x 160
- zwei wundervolle Naturschallwandler. Diese erzeugen einen holographischen Klangraum
- links und rechts in den Ecken und 2 m hinter mir – eine Wand aus Lichtholz von myCocoon.
- ein Laufband
- ein bequemer Ledersessel
und – das ist eine besondere Ehre und ein Geschenk meiner Liebsten – deren wichtigstes SIGN:
- Stille. Das Original von Jwala. “Signs by Jwala” – mit diesem Sign begann ihre Karriere.
- Ja – und vor dem Goldbild – die 5 Geschwister der Signs. Als Kerzen:
Danke. Liebe. Freude. Stille. Frieden.
Diese Reihenfolge ist mir wichtig.
Was ich in diesen Jahren – es sind 440 protokollierte Stunden – erforschte?
Es ist die vierte Dimension. Die Zeit.
Und ich erfuhr – mit jeder Faser, körperlich, zellulär – was Zeit ist.
Für heute nur so viel: Zeit formt Raum.
Zeit ist jene Bio-Information, die unseren Alltag gestaltet.
Zeit ist jene Idealität – aus der wir unsere Realität hervorrufen können.
Ich werde in diesen Feuergesprächen von mir erzählen. Von meinen Forschungen – von meinem Erleben. Ich werde es vermeiden, daraus ein Du-Sollst zu machen. Und ich werde achtsam vermeiden, dir Rat-Schläge zu geben.
Doch ich will mir dir teilen; rigoros und jenseits von Marinismus. Ich muss dir nichts beweisen.
Und vor allem: ich brauche mir nichts zu beweisen.
Daher werde ich in der “ich-Form” schreiben.
So, dass du gut und jederzeit sehen kannst: >Ah, das ist seine Sicht.<
Diese muss nicht deine Sicht sein.
So lege ich meine Einsichten mit offener Hand in das Gefäß unserer Begegnung.
Du nimmst, was du haben willst. Du lässt liegen, was liegen bleiben soll.
So können meine Schätze auf reine Art deine eigenen bereichern.
Denn das, was du hast, hast du ja ohnehin.
Es bleibt dir. Wenn du etwas von mir hinzunimmst – so gerne.
Dafür ist es da.
Und aus diesem Raum und in diesem Ton beginnen die Feuergespräche.
Komm wieder, wenn du den Ruf dazu in deinem Herzen fühlst.
Und wisse: Du bist willkommen.
Denn ich rede für dich – mit dir.
Karl






Jwala und Karl in der Sahara; 2009.

